TTC Walsdorf 1957 e.V.

    

Chronik des TTC - Walsdorf 1957 e.V.

 

Die ersten Anfänge des Tischtennis-Sports in Walsdorf haben ihren Ursprung in "Der Eck" (für nicht Eingeweihte die "Hintergasse" bzw. "Am Pfarrbogen"). Dort bekam Gerhard Baum im Jahre 1947 von seinem Schwager Arthur Link ein Tischtennis-Spiel geschenkt. Sein Freund Günther Schmidt und er fanden sehr bald Gefallen an diesem Spiel und trugen ihre ersten Kämpfe auf einem ganz gewöhnlichen Küchentisch aus. Wie bei allen neuen Spielen hatten sie aber keine Ahnung in der Ausführung der Regel. Damals erwies sich Karl Baum, der dieses Spiel in der Gefangenschaft gelernt hatte, als guter Lehrer. Schon bald fanden sich viele Begeisterte zusammen und trugen im Hof von Gerhard Baum die ersten Tischtennis-Kämpfe in Walsdorf aus. Die damals Beteiligten an diesen Austragungen waren Gerhardt Baum, Günther Schmidt, Berthold Schmidt, Hans Schmidt, Gerhard Frieser sowie einige Zeit später Willi Sturm, Rudi Ludwig, Wilhelm Kostka und Dr. Lederer. Man legte Listen an und ermittelte im Rahmen einer Ausspielung den stärksten Spieler von Walsdorf.
 
Das Problem des Spielortes bereitete den Spielern schon damals große Schwierigkeiten. Ein gutes Jahr wurde im Hof von Gerhard Baum eifrigst trainiert. Die Fertigkeit einiger Spieler hatte sich schon stark verbessert und man mußte sich somit nach einer besseren Trainingsmöglichkeit umsehen. Glücklicherweise bot sich auch eine günstige Gelegenheit zur Verbesserung. Die Fa. Hermann Baum bekam den Auftrag einen Tanzboden zu bauen. Diese Gelegenheit wurde benutzt, alle Aktiven zogen zum Zimmerplatz an der Frankfurter Straße, und man spielte auf einem fertiggestellten Teil des Tanzbodens. Doch lange währte diese neue Spielmöglichkeit nicht, da der Auftraggeber seinen fertiggestellten Tanzboden abhohlen ließ. Man stand somit wieder ohne Spielplatte da. Der Vorteil einer größeren Platte als der gewohnte Küchentisch war jedoch erkannt, und man hatte auch gehört, daß es für Tischtennis-Platten genormte Maße gab. So legte jeder Spieler DM 2,-- auf den Tisch, und es wurde eine Hartfaserplatte gekauft. Gerhard Baum fertigte 2 Böcke an, und Berthold Schmidt versteifte den Rahmen und die Streben der Platte, und so spielte man zum ersten Mal auf einer genormten Platte. Auf dieser Platte wurde weiterhin im Hof von Gerhard Baum gespielt.
Inzwischen hatten sich auch in anderen Ortschaften junge Leute zum Tischtennis-Spiel zusammengefunden. In Michelbach, Wörsdorf, Niederems und Bermbach bildeten sich gleiche Spielgruppen wie in Walsdorf schon zuvor. Daraus entstanden die ersten Rundenspiele. Allerdings war damals keine Gruppen dem Deutschen Sportbund angeschlossen. Selbstständige Tischtennis-Vereine gab es auch noch nicht. Zur Förderung der Tischtennis-Aktivitäten wurde von den genannten Spielgruppen ein Wanderpokal in Bermbach ausgespielt, der von den Walsdorfer Spieler klar gewonnen wurde. Doch bereits ein Jahr später verlor die Walsdorfer Mannschaft diesen Pokal an Wörsdorf.
Eines der größten Probleme blieb die Platzfrage. Nach Verhandlungen mit der Gastwirtschaft Groß wurde den Tischtennisfreunden gestattet, dort gegen ein gewisses Entgeld eine Platte aufzustellen. So spielte man in der Gaststätte Groß vier Jahre lang, wobei jeder Spieler pro Spiel einen Unkostenbeitrag von DM 0,20 zu tragen hatte. Im Winter mußten die Spieler einen zusätzlichen Heizkostenbeitrag in Form von Holz und Briketts leisten. Im Jahre 1954 zog man von der Gaststätte Groß zur Gastwirtschaft "Zum Taunus" um. 
Man hatte inzwischen erkannt, daß das bisherige "wilde Spiel" nicht weitergehen konnte. Man hatte jedoch kein Geld, um einen Verein zu gründen. Die Aufnahmegebühr in den Sportbund sollte DM 50,-- betragen. In einer Besprechung zwischen Willi Sturm und dem damaligen Vorsitzenden des Sportvereins Karl Hirtes erklärte sich der Sportverein bereit, innerhalb des Sportvereins eine Abteilung Tischtennis zu gründen. Die damals Beteiligten an diesem Zusammenschluß waren Willi Sturm, Rudi Ludwig, Adolf Sell, Gerhard Baum, Günther Schmidt und Horst Baum. Diese 6 Personen sind auch als die eigentlichen Gründer der Tischtennis-Bewegung in Walsdorf anzusehen. 
Das Problem der Spielstätte blieb nach wie vor bestehen. Nach einem Jahr Spielstätte Gastwirtschaft "Zum Taunus" zog man um zur Gaststätte Weyand, ein halbes Jahr später spielte man auf der "Morcher Mühle", und wiederum ein viertel Jahr später spielte man in der Werkstatt von Erich Elsemüller. Eine Schwierigkeit zog die andere hinter sich her. Eine Unterstützung von Seiten des Sportvereins wurde der Tischtennis-Abteilung nicht gewährt, obwohl die Jugendmannschaft gerade die Kreismeisterschaft gewonnen hatte. Bei den anschließenden Bezirksmeisterschaften in Wiesbaden errangen die Jugendspieler einen ehrenvollen 2. Platz. Dieser 2. Platz garantierte die Teilnahme an den hessischen Jugendmeisterschaften. Doch daran konnte nicht teilgenommen werden, weil die nötigen finanzielle Unterstützung ausblieb. Diese Ereignisse trugen sich Ende des Jahres 1955/ Anfang des Jahres 1956 zu. Man erkannte, daß die Tischtennis-Abteilung sich dringend nach einer Geldquelle umsehen mußte. Der damalige Abteilungsleiter Willi Sturm und unser leider verstorbenes Ehrenmitglied Adolf Sell beschlossen nach Rücksprache mit dem Karnevallverein Weilbach, in Walsdorf einen Kappenabend unter Mitwirkung der Weilbacher Karnevalisten zu veranstalten. Man wollte die finanzielle Lage der Tischtennis-Abteilung aufbessern. Der Kassenstand der Abteilung betrug damals DM 0,73. Ein Antrag auf finanzielle Unterstützung beim Vorstand des Sportvereins wurde abgelehnt. So mußte man das Risiko auf sich nehmen, mit einem Kassenstand von DM 0,73 einen Kappenabend in Walsdorf zu veranstalten. Am Samstag vor Fastnacht im Jahre 1956 um 17.00 Uhr wurde dieser Kappenabend mit einem Zug durch Walsdorf mit einem Ponygespann, einigen Musikanten und etlichen Clownfiguren als Werbung eingeleitet. Was sich daraus entwickelte, war erstaunlich. Die Sache fand Anklang und Begeisterung. Der Saal in der Gaststätte Groß war fast voll besucht. Als nach einigen Pannen das Programm vorüber war, konnte man die entstandenen Unkosten von DM 300,-- decken und hatte noch DM 50,-- verdient. Mit dieser Aufbesserung des Kassenbestandes konnten die finanziellen Nöte etwas verringert werden. 
Das brennende Problem blieb jedoch die Raumfrage. Die erste Mannschaft war zwischenzeitlich in die Bezirksklasse Limburg/Untertaunus aufgestiegen, und man konnte die erforderlichen Punktspiele nicht mehr in der Werkstatt von Erich Elsemüller durchführen. Es wurde deshalb wiederum eine neue Bleibe gesucht. So landete man für die Austragung der Punktspiele in der Gastwirtschaft "Zur Krone" in Würges. Die Zeit ging vorüber, und es stand die Fastnacht 1957 bevor. Durch das gute Ergebnis im Jahre 1956 ermutigt, beschloß man, wiederum einen Kappenabend zu veranstalten. Unter der Federführung von Willi Sturm und Rudi Hauschild wurde wieder unter Mitwirkung der Weilbacher Karnevalisten der Kappenabend veranstaltet. Der Besuch dieser Veranstaltung war besser als im Vorjahr und man konnte sogar einen Gewinn von DM 300.-- erzielen. Durch diesen Gewinn hatte man eine finanzielle Grundlage für die Tischtennis-Abteilung geschaffen. Doch man hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Vorstand des Sportvereins beanspruchte von der Tischtennis-Abteilung die Hälfte des Gewinnes. Da die Tischtennis-Freunde jedoch allein das Risiko getragen und die gesamte Arbeit verrichtet hatten, wollte man diesem Anersuchen nicht zustimmen. Durch dieses Problem und noch andere Punkte kam es zum offenen Streit mit dem Vorstand des Sportvereins. 
Am 16.11.1957 berief daher der Abteilungsleiter der Tischtennis-Abteilung Willi Sturm eine Versammlung in der Gastwirtschaft "Zur Traube" ein, mit dem Ziel und Zweck, die Gründung eines eigenen Sportvereins zu beschließen. Nach lebhafter Diskussionen und Debatten erfolgte die Abstimmung. Von 13 abgegebenen Stimmen waren 11 für die Gründung des Vereins, eine Stimme dagegen und eine Stimme Enthaltung. Somit besteht der Tischtennisclub Walsdorf seit dem 16.11.1957 als selbststäniger Verein. 
 Zur Anmerkung sei gesagt, daß sich das Verhältnis zum Sportverein Walsdorf im Laufe der Jahre wieder normalisiert hat und sich in den letzten Jahren sogar freundschaftliche Vereinsbeziehungen entwickelt haben. Die angesprochenen Kappenabende wurden zur ständigen Einrichtung und trugen wesentlich zur Finanzierung der Unkosten des Spielbetriebes bei. Die Kappenabende der letzten Jahre wurden durch die freundschaftlichen Beziehungen zum Sportverein sogar unter dem Motto "TTC uns SVW, gemeinsam ist es dopplet schee" gemeinsam ausgetragen. 
Auf der Gründerversammlung am 16.11.1957 waren 13 Mitglieder anwesend. Die Mitglieder faßten den Beschluß, daß der Verein den Namen "Tischtennisclub Walsdorf" - Abkürzung TTC-Walsdorf tragen soll. Die Mitglieder wählten Willi Sturm zum ersten Vorsitzenden, Adolf Sell zum zweiten Vorsitzenden, Erich Menner zum Kassierer, Herbert Menzel zum Schriftführer und Erich Menner zum Pressewart. Ferner wurde die Ausarbeitung von Vereinsatzugen beschlossen. Nach Rücksprache mit dem Wirt der Gaststätte "Zur Traube", Karl Schmidt, wurde vereinbart, daß die Tischtennis-Spiele im Saal der Gaststätte "Zur Traube" fortan ausgetragen werden konnten. Die Gaststätte "Zur Traube" wurde daher zum Vereinslokal ernannt
Aufgrund der vorangegangenen Probleme - Finanzsorgen und fehlender Spielraum  verzichtete die erste Mannschaft freiwillig auf ein Verbleiben in der Bezirksliga Limburg/Untertaunus und stieg in die Kreisklasse A Untertaunus ab.
Im Gründungsjahr 1957 spielten in der Kreisklasse A.

Verbandsrunde 1957/58
 
  • Gustav Lederer
  • Walter Scheid
  • Rainer Lehmann
  • Erich Menner
  • Rudi Ludwig
  • Willi Sturm